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Auswertung menschlicher Mobilität während des COVID-19-Lockdowns in Ghana anhand von Vodafone-Handydaten

Key information
Country/ies
Region/s
Data sources

Handydaten

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Zusammenfassung

Dieses Projekt konnte zeigen, wie die Bevölkerung Ghanas auf die Einschränkungen reagierte, deren Ziel es war, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Für den Zeitraum vom 17. Februar bis zum 31. März wurden Kommunikationsdatensätze (auch Call Detail Records, CDRs) von Handynutzern ausgewertet. Ausgewertet wurde das Aufkommen menschlicher Mobilität zwischen den Regionen und Stadtbezirken vor und nach der Einführung des Lockdowns. So boten sich Erkenntnisse zur Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen. Die regionalen Daten wurden von dem Netzbetreiber Vodafone Ghana geliefert und unter Wahrung des geltenden Datenschutzes ausgewertet.  

Resultate

Dieser Bericht zeigt, inwiefern Mobilfunkdaten in Krisenzeiten genutzt werden können, um schnelle und wichtige Erkenntnisse zu bieten. Die Auswertung erfolgte in kürzester Zeit; Ziel war es, einen möglichst umfassenden Überblick zu einer sich rasant entwickelnden Situation zu bieten. Zum Beispiel zeigten die Ergebnisse, dass es nach Einführung der ersten Einschränkungen im städtischen Raum (d.h. Schulschließungen und Verbot öffentlicher Versammlungen) eine halbe Woche dauerte, um die Bewegungen zwischen den Bezirken um 70 Prozent im Vergleich zum Durchschnittswert zu reduzieren. Nach Einführung von strengeren Ausgangssperren sank die Mobilität um 50 Prozent im Vergleich zu einer nicht-pandemischen Lage. Nach Ankündigung der Ausgangssperren, die erst einige Tage später umgesetzt wurden, konnte eine erhöhte Mobilität zwischen den Regionen festgestellt werden, da viele Bürgerinnen und Bürger Ghanas vermutlich zu ihren Familien reisten, wo sie die Zeit der Ausgangssperren verbringen wollten. Dieser Bericht zeigt, wie Handydaten schnell und genau Aufschluss über menschliche Mobilität auf nationaler und lokaler Ebene bieten können. Die gewonnenen Erkenntnisse sind wertvoll, wenn es darum geht, Antworten auf einen Gesundheitsnotstand wie die COVID-19-Pandemie zu finden und zu begleiten. Der bei diesem Projekt verfolgte Ansatz kann potenziell mit anderen Datensätzen bzw. in anderen Zusammenhängen verfolgt werden, sofern Mobiltelefone flächendeckend in der Bevölkerung vorhanden sind. 

 

(Bild: © Muse Mohammed, IOM)

Last modified
21. Oktober 2022