Relevante Migrationsdaten für die COVID-19-Pandemie

Zuletzt aktualisiert am 7. September 2021

Migrantinnen und Migranten – insbesondere in schlechter bezahlten Beschäftigungsverhältnissen – sind einerseits möglicherweise von der Ausbreitung von COVID-19 in den Ländern, in denen die Pandemie bereits herrscht, stärker betroffen und in den Ländern, in denen sie sich gerade ausbreitet, stärker gefährdet. Andererseits spielen sie durch ihre Arbeit in systemrelevanten Berufen auch eine wichtige Rolle bei der Reaktion auf COVID-19.  Zum 1. März 2021 machten die Auswanderinnen und Auswanderer aus den 20 Ländern mit der höchsten Anzahl an COVID-19 -Fällen 31 Prozent des Anteils internationaler Migrantinnen und Migranten an der Gesamtbevölkerung aus und sendeten geschätzte 37 Prozent aller Geldtransfers weltweit in ihre Herkunftsländer in 2019 (Analyse des GDMAC auf der Grundlage von UN DESA, 2020World Bank 2020aWHO, 2021)1. Der Anteil der Migrantinnen und Migranten in 14 der 20 Länder mit der höchsten Anzahl von COVID-19-Fällen mindestens 3,7 Prozent der Bevölkerung (Analyse des GDMAC auf der Grundlage von  UN DESA, 2020WHO, 2021). In 9 dieser Länder beträgt dieser Anteil mehr als 7 Prozent (ebd.). Im Vergleich zum weltweiten Anteil internationaler Migrantinnen und Migranten an der Gesamtbevölkerung von 3,6 Prozent sind internationale Migrantinnen und Migranten in diesen Ländern überrepräsentiert.  

Zunehmende Beschränkungen an den Grenzen wirken sich auch auf die Mobilität von Migrantinnen und Migranten und die Rolle humanitärer Organisationen aus. Zwischen dem 11. März 2020, als die WHO COVID-19 zu einer Pandemie erklärte, und dem 22. Februar 2021 ist die Gesamtzahl der weltweit umgesetzten Bewegungseinschränkungen auf fast 105 000 gestiegen (IOM, 2021a). Gleichzeitig haben 189 Länder, Provinzen und Gebiete 795 Ausnahmen in Bezug auf diese Beschränkungen beschlossen, um Mobilität zu ermöglichen (ebd.).  Schätzungen zufolge -mit der Annahme, dass die Zahl der Migrantinnen und Migranten zwischen dem 1. März und dem 1. Juli 2020 nicht gewachsen ist - deuten auf einen Rückgang von fast 2 Millionen internationalen Migrantinnen und Migranten weltweit hin im Vergleich zu der ursprünglich erwarteten Schätzung zwischen Mitte 2019 und Mitte 2020 (UN DESA, 2020). Die Migrationsströme in OECD-Länder - gemessen an den neu erteilten Genehmigungen - sind im ersten Halbjahr 2020 voraussichtlich um 46 Prozent gesunken, und 2020 dürfte ein historischer Tiefpunkt für die Migration in die OECD-Länder sein (OECD, 2020a).

Ein solcher Rückgang von Migrationsströmen kann auch demografische Auswirkungen auf Länder haben, die von Migration für das Bevölkerungswachstum abhängig sind. Schätzungen für 2020 deuten beispielsweise darauf hin, dass zum ersten Mal im letzten Jahrzehnt die Bevölkerung Deutschlands aufgrund eines Rückgangs der Zuwanderung nicht gewachsen ist (Statisches Bundesamt, 2021). In Australien wird erwartet, dass die Nettomigration für 2020/2021 zum ersten Mal seit 1945 in den negativen Bereich rutschen wird, was wiederum zum niedrigsten Bevölkerungswachstum seit einem Jahrhundert führen wird (Australian Centre for Population, 2020). 

Auf dieser Seite werden Daten über Migrantinnen und Migranten erläutert, die Aufschluss darüber geben können, wie sie möglicherweise sowohl von den Auswirkungen als auch teilweise von der Reaktion auf COVID-19 betroffen sind. Da sich die Informationen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie ständig weiterentwickeln, werden die Zahlen und sonstigen Daten regelmäßig aktualisiert. Informationen nach Land oder Region finden Sie hier und unter der Karte mit wichtigen Indikatoren zu Migration und Demografie.

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